So war’s: Das 1. Vernetzungstreffen

Jugendliche von Berliner Initiativen und vom vergangenen 11. Berliner jugendFORUM haben sich im Pfefferwerk getroffen, um die ersten Schritte für das kommende Jugendforum zu besprechen. Vier produktive und anregende Stunden.

Bis auf den letzten Platz war der Balkonraum im Pfefferwerk besetzt. Jugendliche von Berliner Initiativen wie BUND, NABU, young voice, DIDF, junge Humanisten und lambda:bb sowie einige derjenigen, die schon beim 11. jugendFORUM 2011 mitgemacht hatten, waren Ende September gekommen, um gemeinsam das nächste Jugendforum im November vorzubereiten. „Es war eine ausgesprochen dichte und intensive, aber auch produktive und anregende Atmosphäre!“, beschreibt Robert Behrendt, der diesjährige Koordinator des Events, seinen Eindruck.

Beim 12. Berliner jugendFORUM am 24. November sollen die Abgeordneten den Jugendlichen wieder Rede und Antwort zu den Themen stehen, die den jungen Leuten am Herzen liegen. Klar geht es dabei auch um Soziale Gerechtigkeit, Bildung, virtuelle Realität, Gesundheit oder Umwelt. Doch was sind die Probleme darunter, die Jugendlichen wirklich auf den Nägeln brennen?

Darauf eine Antwort zu finden, war ein Ziel des ersten Vernetzungstreffens. In kleinen Arbeitsgruppen schrieben die Teilnehmer ihre Gedanken und Ideen dazu auf. Hier eine Auswahl von Fragen, zu denen am Ende Stichpunkte auf den Plakaten standen:

Soziale Gerechtigkeit
Nur wer Geld hat, besitzt auch eine Stimme? Führt die soziale Stellung zu Unterdrückung in der Öffentlichkeit? Leben wir mit institutionalisiertem Rassismus? Brauchen wir eine Umverteilung der Gelder?

Umwelt
Wie gehen wir mit freien Flächen wie Tempelhof um? Hat der Bürger ausreichend Möglichkeit an Entscheidungen mitzuwirken? Wie steht es um die Mobilität und die Energieversorgung in der Stadt? Kann Urban Gardening ein Weg sein, die Stadt mehr zu begrünen?

Inklusion
Darf es Eliten geben? Was ist mit gesellschaftlichen Rollen und Vorbildern? Gibt es eine strukturelle Ausgrenzung? In wessen Sinne findet Inklusion statt? Ist sie überhaupt immer gewollt?

Bildung
Warum gibt es kein dezentrales System für Deutschland, sondern verschiedene Regelungen je nach Bundesland? Wie hoch dürfen die Kosten für ein Studium sein? Müssen soziale Kompetenzen im Rahmen der Bildung nicht eine größere Rolle spielen?

Gesundheit
Sollte an Schulen für eine gesundheitliche Grundversorgung gesorgt werden? Wie steht es um die Hygiene an Schulen? Was können wir gegen die Zwei-Klassen-Versicherung gesetzlich und privat tun? Können wir pränatale Diagnostik verantworten?

Virtuelle Realitäten
Kann das Internet ein Raum für politische Partizipation sein? Haben wir ein Recht auf freies Netz/ WLan in der Stadt? Sollte nicht jeder Bürger Zugang zum Internet bekommen? Sind soziale Netzwerke wirklich sozial? Wie groß ist die Gefahr des Cybermobbings?

Konsum
Wie stark dürfen die Mieten in der Stadt noch steigen? Sind wir einverstanden mit der Spätischließung am Sonntag? Haben wir nicht ein Recht auf einen besseren Service bei Bahn und BVG? Zahlen wir, um zu atmen – wenn man sich fast nur draußen aufhalten kann, wenn man auch konsumiert?
Eine ganze Menge an Kritikpunkten ist also schon zusammengekommen. Jetzt heißt es, sich für die wichtigsten Fragen zu entscheiden, um sie als Diskussionsthemen vorzubereiten. Das wird die nächste große Aufgabe für das zweite Vernetzungstreffen sein. Der Termin steht schon fest: Am 14. September geht es ins Weinmeisterhaus.