Zukunftsvisionen (3): Utopie in 30 Sekunden

Beitrag aus dem Blog der Pfingstakademie Jugendbeteiligung 2015: “Wie wir leben wollen? – Zukunftsvisionen, Utopien, Alternativen”, mit Teilnehmenden aus ganz Deutschland, 22.-26.5.2015 in der Stiftung wannseeFORUM

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Im Gespräch mit zwischen links, rechts, geradeaus und Utopie: Valentina Schüller befragt Linke, CDU, Grüne und Piraten auf der Pfingstakademie. Fotos: Julian Heck.

Politiker beschäftigen sich grundsätzlich gerne damit, was sie alles machen wollen, wenn sie gewählt werden. Doch was ist überhaupt das große Ideal, mit dem sie sich tagtäglich auf den Weg in die Arbeit machen? Vier Weltverbesserer versuchen sich auf der Pfingstakademie kurz zu fassen.

von Valentina Schüller

Entspannt gehen wir über die Wiese zu dem kleinen Tisch im Schatten, an dem wir gleich noch einmal in das Thema „Utopie“ einsteigen werden. Die Fotos sind gemacht, die Herrschaften bereit. Das Aufnahmegerät noch anschalten, „das kennen Sie sicher schon“, Ton ab, durchatmen.

Egal welche Diskussionsrunde zwischen Politikern man sich im Fernsehen anschaut, ein Ziel scheinen sie alle zu haben: das Motto „der ist nicht in meiner Partei, der ist anders“ muss bestärkt werden. Doch solche Talkshows beschäftigen sich eigentlich immer mit konkreten Sachverhalten. Was passiert also – haben wir uns gefragt -, wenn man das Thema so abstrakt wie möglich formuliert? Vier Politiker, vier Parteien, vier Ansichten? Oder vier Menschen, ein Ziel, vier Wege zum Ziel zu kommen? „Wie sieht Ihre ideale Zukunft aus?“ war die Frage, 30 Sekunden gab es, um die Frage zu beantworten. Los geht’s:

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Markus Klaer (CDU): „Die ideale Zukunft ist eine Welt, in der das friedliche Zusammenleben funktioniert, Dazu müssen alle Menschen Chancengerechtigkeit haben, dorthin zu kommen wo sie hinwollen, so zu lieben wie sie wollen. In der idealen Welt wird das auch toleriert und akzeptiert. Die ideale Welt ist diejenige, in der es keinen Klimawandel gibt.“

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Hakan Tas (Die Linke): „Ideal ist, wenn alle gleich sind. Dabei ist klar, dass man allen Menschen auch die gleichen Möglichkeiten geben muss, dass man alle Menschen gleichermaßen beteiligen muss. Nur so können wir die Welt, das Land, in dem wir leben, positiv verändern. Dazu hat aber auch jeder gleichermaßen Verantwortung für sich selbst und für andere in der Gesellschaft. Dadurch können wir verändern und unsere Ziele auch erreichen.“

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Udo Lihs (arbeitet für die Piraten): „Wenn ich über Utopien nachdenke, heißt das auch für mich, darüber nachzudenken, was ich als Einzelner tun kann. Nicht immer sagen, das müssen jetzt ganz viele Menschen gemeinsam tun, sondern fragen, was kann ich alleine tun? Wie gehe ich mit Menschen um? Beispielsweise beginnt das schon im Supermarkt mit der Art und Weise, wie ich einen Jugendlichen anspreche.“

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Uwe Fröhlich (Bündnis 90/Die Grünen): „Utopie wäre, wenn das Thema „Homo-Ehe“ überhaupt kein Thema mehr ist. Wenn Lebenspartnerschaften wie sie sind genau die selbe Anerkennung erfahren. Nicht vor einer Sexualisierung der Gesellschaft warnen, wir haben nämlich viel eher eine Rückentwicklung zur Tabuisierung. Aufbrechen, klarmachen, dass unsere Gesellschaft eine offene ist, da ist es egal welches Geschlecht man hat, oder oder oder.“