Darf sexistische Musik erlaubt sein?

Zum 12. Berliner Jugendforum, im Abgeordnetenhaus, fand eine Diskussionsrunde zum Thema: „ Alles Pussies?“ statt. Es ging um Frauen in der Popkultur. Besonders in Musikvideos und Songtexten werden sie als Objekte dargestellt, beispielsweise Rapper wie 50 Cent stellen Frauen oft als Schlampen dar, sollte so etwas geduldet werden?

Foto: Lara Lippert/ polli-Redaktion

Zur Diskussionsrunde eingeladen waren die Politikerinnen Ina Cyborra von der SPD, Anja Kofbringer von den Grünen und Katrin Möller von Die Linke. Außerdem dabei war die Organisation Naturfreundejugend Berlin, ein parteiunabhängiger, linker Jugendverband sowie die Jugendfreizeitstätte Centre Talma mit dem Projekt „Respect Girls!“

Die Runde begann mit dem Tanzauftritt der Gruppe Centre Talma. Sie tanzten HipHop zu Liedern von Rihanna, Katy Perry und Lady Gaga, die sie übersetzten und somit zeigten welche sexistischen Texte eigentlich gesungen werden. Anschließend begann die Diskussionsrunde. Eigentlich waren die Tische mit Mikrofonen dafür vorgesehen, aber um das Ganze etwas lockerer zu gestalten, haben sich alle in einem großen Stuhlkreis zusammengesetzt.

Die Politikerinnen machten deutlich, dass sie sich eher zurückhalten wollten, um den Jugendlichen mehr Raum zum Reden zu geben. Das nutzten die beiden Initiativen Centre Talma und Naturjugendfreunde Berlin auch gleich und begannen heftig zu diskutieren. Centre Talma war der Meinung, dass Frauen nicht als Sexobjekte dargestellt werden und genau so wenig von irgendwelchen Rappern etwa als Schlampe oder Hure bezeichnet werden sollten. Sie forderten deshalb, dass Sängerinnen wie zum Beispiel Rihanna nicht über ihre sexuellen Bedürfnisse singen oder halbnackt in ihren Musikvideos zu sehen sein dürfen. Sie sollten lieber über wichtigere Dinge wie Freundschaft, Liebe und Glück singen.

Die Naturfreundejugend Berlin war anderer Meinung: Sängerinnen dürften über ihre sexuellen Bedürfnisse singen und sich auch in ihren Videos so präsentieren, wie sie möchten. Sie gingen auch auf die Kritik von Centre Talma ein, dass für sie pornografische Musikvideos schon um 13 Uhr für Kinder auf Viva zu sehen sind: So etwas sei heute normal und jeder würde früher oder später damit konfrontiert.

Die Politikerin Katrin Möller wies darauf hin, dass es auch Alternativen gebe, Sängerinnen mit anderen Liedern zuhören, die eben nicht darüber texten, dass sie ausgepeitscht werden möchten oder sich in Videos pornographisch darstellen.

Alle drei Politikerinnen waren im Großen und Ganzen einer Meinung, dass jeder selbst entscheiden sollte, wie er sich darstellt und über was er singt. Schön fanden sie es natürlich auch nicht – wie wahrscheinlich jede Frau – dass Frauen vor allem in Rap-Songs als „ Bitch“ bezeichnet und ausschließlich als Sexobjekt dargestellt werden.

Am Ende blieb jeder bei seiner Meinung, und es konnte sich auf keinen gemeinsamen Standpunkt geeinigt werden.

Das denken wir:
Gerade bei diesem Thema hat natürlich jeder seine eigenen Ansichten. Schade ist nur, dass heutzutage wegen solcher Musik und Videos meist nur noch auf das Äußere geachtet wird. Die Stars haben für viele Jugendliche eine Vorbildfunktion, Das sorgt meist dafür, dass viele mit sich selbst unzufrieden sind, weil sie beispielsweise keinen perfekten Körper haben. Menschen sind keine Maschinen oder Objekte, sie sind nur Menschen!

Geschrieben von Frieda Bennua und Lisa Pruß.