„Kämpft für eure Anliegen“

Bereits mit 15 Jahren war Ralf Wieland in der Politik aktiv. Als Präsident des Abgeordnetenhauses setzt er sich heute auch für die Jugendlichen in Berlin ein. Im Interview während des 12. Berliner jugendFORUMs gibt er einen kleinen Einblick in seine Arbeit.

Foto: polli-Redaktion

 

polliMAGAZIN: Was bedeutete für Sie die Übergabe der Glocke an die Jugendlichen?

Ralf Wieland: Die Glocke ist nur ein Symbol. Ein Symbol der Übergabe an die Jugendlichen. Eigentlich benutzen wir die Glocke selten, sie soll nur im äußersten Fall für Ruhe sorgen.

Welche besonderen Aufgaben haben Sie als Präsident des Abgeordnetenhauses?

Ich leite die Plenarsitzungen und repräsentiere das Abgeordnetenhaus nach Außen hin. Mein Beruf ist abwechslungsreich und interessant.

Wie ist es für Sie, Jugendliche im Parlament sitzen zu haben anstatt Abgeordnete?

Ich empfinde das als sehr angenehm. Es freut mich sehr zu sehen, dass sich Jugendliche so für Politik interessieren. Das Abgeordnetenhaus soll für Jugendliche immer offen sein!

Wie finden Sie es, wenn sich junge Menschen in die Politik einbringen?

Wir brauchen auch Nachwuchs. Daher ist es sehr schön, wenn Jugendliche ihre Meinungen und Ansichten in die Politik mit einbringen.

Was tun Sie dafür?

Ich unterstütze Veranstaltungen wie das jugendFORUM und gehe in Jugendeinrichtungen, um mit Jugendlichen über ihre Anliegen zu reden und dann auch dafür zu werben.

Sie sind ja selbst mit 17 Jahren der SPD beigetreten. Was war Ihre Motivation?

In die Politik bin ich schon mit 15 Jahren gegangen, indem ich an einem Wahlkampf teilgenommen habe. Davor war ich in einer politischen Jugendgruppe. Der Wahlkampf von Willy Brandt hatte damals zu einer großen gesellschaftlichen Debatte geführt. Dadurch haben sich sehr viele für Politik interessiert und ich dann auch.

Hat man als Jugendlicher wirklich die Chance etwas in der Politik zu bewirken?

Politik ist sehr mühselig und langwierig. Wir leben in einer Demokratie, das heißt, alle Meinungen sind erst einmal zu respektieren. Das kann dann aber eben auch zu schwierigen Diskussionen führen.

Wie kann man sich als Jugendlicher am besten einbringen?

Natürlich erst einmal beispielsweise in Schulen oder Organisationen. Am besten jedoch ist es in Parteien, da bekommt man einen besseren Einblick in die Politik.

Was würden Sie uns Jugendlichen mit auf den Weg geben, wenn wir etwas in der Politik bewegen wollen?

Ihr solltet versuchen, euch gemeinsam für eure Anliegen zu engagieren und dafür kämpfen, dass ihr angehört werdet. Dabei könnt ihr natürlich nicht immer zu 100 Prozent alles durchsetzen, aber es lohnt sich immer, es zu versuchen!

 

Die Fragen stellten Lara Lippert und Laura Engels.