„Brauchen wir im Oktober Erdbeeren?“

Was in Schulen an Essen auf den Tisch kommt, beunruhigt so manche Eltern und Schüler. In einer Diskussionsrunde zum Thema tauschten sich die Teilnehmer auf dem 12. Berliner jugendFORUM darüber aus. Dabei kamen sie schnell zum Knackpunkt des Problems.

Foto: Lara Lippert/ polli-Redaktion

„Brauchen wir im Oktober Erdbeeren?“ – fragte eine der Mitorganisatorinnen der Diskussionsrunde „Sprossen, Eier, Schulspeisung…Wir wollen wissen was in unserem Essen steckt!“ auf dem Berliner jugendFORUM 2012. Dies war nur eines von vielen interessanten und appellierenden Statements in der „etwas anderen“ Diskussionsrunde. Denn neben den zwei jungen Moderatorinnen Sarah und Vivien, zwei Mitarbeitern der Organisation Slow Food und den beiden Politikerinnen Renate Harant (SPD) und Katrin Maillefert (DIE LINKE) saß in der Runde fast hauptsächlich eine Berliner Grundschulgruppe.

Bevor die Diskussion starten konnte, stimmte die Jugend des Grips Theaters mit einem Ausschnitt aus ihrem Theaterstück „Dreck reinigt den Magen“ auf das Thema ein. Anschließend gab es noch eine Abstimmung über das Schulessen, zwischen mehreren gegensätzlichen Positionen musste abgewogen werden: lecker/eklig, gesund/ungesund, Information über das Essen/ keine Information über das Essen und abwechslungsreich/ nicht abwechslungsreich.

Danach erst begann der Austausch zwischen den Kindern und den Politikern. Da die Schüler noch recht jung waren, fand zwar keine richtige politische Diskussion statt. Doch zeichnete sich ein detailliertes Bild von den schwierigen Essensumständen an Schulen. Demnach bestehen die Gerichte eines Menüplans der Großcaterer aus Lebensmitteln, die aus rund 20 verschiedenen Ländern kommen. Erst kürzlich gab es einen riesen Medienwirbel wegen eines Magen-Darmerregers, der mit Erdbeeren aus China in die Schulkantinen kam. Teilweise mussten Schulen sogar kurzzeitig ganz geschlossen werden.

Hier stellten sich viele Schüler die Frage, ob es wirklich Erdbeeren im Spätherbst und Mandarinen im Sommer sein müssen. Könnte man nicht auf regionale Produkte zurückgreifen? Diese Frage konnte aus finanzieller Sicht klar mit einem „Nein“ beantwortet werden. Regionale Produkte seien zu teuer. Knackpunkt des Problems ist also das Geld. So hat ein Caterer für ein Essen wie beispielsweise paniertes Hähnchenschnitzel mit Salzkartoffeln, Erbsen und Kompott als Nachtisch nur ungefähr 60 Cent zum Einkauf der Lebensmittel ausgeben dürfen.

Gutes, regionales, Essen habe aber einen höheren Preis. Den das Land Berlin und leider auch ein Großteil der Eltern aber nicht zahlen könne oder wolle, heißt es aus der Politik.

Die Diskussionsrunde fand keine Lösung, wie die Qualität des Schulessens verbessert werden könnte, ohne die Preise stark zu erhöhen. Allerdings kamen viele Meinungen und auch Ideen dazu zusammen, deren Umsetzung schwer, aber vielleicht zukünftig realisierbar sein könnte.